Aktuelles: Die gefragten Berufe in der Schweiz verändern sich schnell

Hallo, hier ist Cyril. In der Schweiz konzentrieren sich die Einstellungen vor allem auf das Gesundheitswesen, die Informatik und das Baugewerbe, doch die erwarteten Profile verändern sich schnell.

Der Arbeitsmarkt bietet weiterhin gute Chancen, ist aber selektiver geworden als unmittelbar nach der Covid-Zeit. Um voranzukommen, lohnt es sich, die Branchen mit Personalbedarf ausfindig zu machen und die gefragten Kompetenzen an die Realität vor Ort anzupassen.

Das solltest du jetzt tun

  • Suche nach aktuellen Stellenangeboten in deinem Kanton und vergleiche die verlangten Kompetenzen.
  • Prüfe die Sprachanforderungen, besonders wenn du eine Stelle ausserhalb der Romandie anstrebst.
  • Aktualisiere deinen Lebenslauf mit konkreten Ergebnissen und präzisen Sprachkenntnissen.
  • Informiere dich über die Anerkennung deines Diploms, wenn der Beruf reglementiert ist.
  • Kläre die Fragen rund um Bewilligung und Versicherung, bevor du einen Vertrag annimmst.

Um deine berufliche Neuorientierung gezielter anzugehen, kannst du auch diesen Beitrag über die Anpassung deines Werdegangs an den Schweizer Arbeitsmarkt lesen und erfahren, wie eine kurze Weiterbildung dein Profil stärken kann.

Rekrutierung in der Schweiz: ein stabiler, aber anspruchsvollerer Arbeitsmarkt

Die für 2026 veröffentlichten Zahlen weisen für Januar und Februar eine registrierte Arbeitslosenquote von 3,2 % und im April eine Quote von 3,0 % aus. Zu diesem Zeitpunkt waren 142’902 Personen arbeitslos gemeldet und 230’609 auf Stellensuche: Es gibt Möglichkeiten, aber jede Bewerbung muss besser zur Stelle passen.

In einigen Bereichen hält der Fachkräftemangel an, während andere gezielter Personal einstellen. Die alternde Bevölkerung erhöht den Pflegebedarf, die Digitalisierung steigert den Bedarf in der Informatik und die energetische Sanierung sorgt für anhaltende Aktivität im Baugewerbe.

Gefragte Berufe und Richtwerte für die Löhne

Das Gesundheitswesen, die Digitalbranche und das Baugewerbe zählen zu den Berufen mit Zukunft, doch die Zugangsvoraussetzungen unterscheiden sich. Die nachstehenden Löhne sind monatliche Brutto-Richtwerte: Sie variieren je nach Kanton, Erfahrung, Ausbildung und Anzahl der jährlichen Auszahlungen.

Beruf Branche Monatlicher Bruttolohn als Richtwert
Diplomierte Pflegefachperson Gesundheitswesen 5 300 bis 6 200 CHF
Fachfrau oder Fachmann Gesundheit (FaGe) Gesundheitswesen 4 500 bis 5 000 CHF
Softwareentwickler oder Softwareentwicklerin Informatik 6 500 bis 8 000 CHF
Cybersicherheitsspezialist oder -spezialistin Informatik 7 000 bis 9 000 CHF
Maurer oder Maurerin Baugewerbe 4 800 bis 5 300 CHF
Montageelektriker oder Montageelektrikerin Baugewerbe Etwa 5 000 CHF

Diese Beträge garantieren nicht, dass alle Arbeitgeber gleich viel bezahlen. Um zwei Stellenangebote zu vergleichen, solltest du auch das Arbeitspensum, einen allfälligen 13. Monatslohn, die Versicherungen und die Wohnkosten in der Region berücksichtigen.

Gesundheitswesen: anhaltender Bedarf in mehreren Kantonen

Spitäler, Pflegeheime und Spitex-Dienste suchen Pflegefachpersonen, FaGe und Pflegehilfskräfte. Besonders deutlich ist der Bedarf in den Randregionen, wo es für die Teams schwieriger sein kann, alle Schichten abzudecken.

Ein anerkanntes Diplom und praktische Erfahrung erleichtern den Zugang zu diesen Stellen. Bei reglementierten Berufen solltest du das Anerkennungsverfahren frühzeitig in die Wege leiten und nicht bis zum letzten Moment warten.

Digitalbranche: Erfahrung und Spezialisierung machen den Unterschied

Unternehmen suchen Entwicklerinnen und Entwickler, Cybersicherheitsspezialisten und Datenanalysten. Banken, Versicherungen, das Gesundheitswesen und die Logistik haben jeweils unterschiedliche Bedürfnisse: Ein Portfolio oder konkrete Projekte können daher genauso viel zählen wie eine Liste von Technologien im Lebenslauf.

Die Nachfrage nach IT-Fachkräften dürfte in den kommenden Jahren hoch bleiben. Eine qualifizierte Stelle bekommt man jedoch nicht allein mit technischen Kompetenzen: Auch Kommunikation, Sorgfalt und Teamfähigkeit sind wichtig.

Baugewerbe: Handwerkliche Fachkräfte sind weiterhin gefragt

Sanierungsprojekte, Infrastrukturvorhaben und Holzbauten sorgen für eine anhaltende Nachfrage nach Maurerinnen und Maurern, Elektrikerinnen und Elektrikern, Schreinerinnen und Schreinern sowie Zimmerleuten. Für diese Berufe ist kein Hochschulabschluss nötig, doch Arbeitgeber erwarten oft nachweisbare Erfahrung und die strikte Einhaltung der Sicherheitsvorschriften.

Die Arbeitsmarkttrends verdrängen handwerkliche Berufe also nicht, sondern verändern sie – insbesondere durch neue energetische Anforderungen und digitale Tools zur Baustellenüberwachung.

Wie du einen Zukunftsberuf auswählst, ohne einem Trend zu folgen

Ein häufiger Fehler besteht darin, einen Beruf nur deshalb zu wählen, weil er in einer Rangliste auftaucht. Der Bedarf unterscheidet sich jedoch je nach Kanton, verlangtem Qualifikationsniveau und den im Berufsalltag verwendeten Sprachen.

Eine Bewerberin, die beispielsweise in der Nähe von Lausanne lebt, kann Stellen in der Spitex mit Stellenangeboten in Spitälern vergleichen. Bei ähnlichen Kompetenzen können Arbeitszeiten, Arbeitsweg und Diplomvoraussetzungen ihre Entscheidung deutlich beeinflussen.

  • Das Gesundheitswesen bietet regelmässige Beschäftigungsmöglichkeiten, stellt aber teilweise strenge Qualifikationsanforderungen.
  • Die Informatik bietet attraktive Löhne, doch die Rekrutierenden prüfen die technischen Kompetenzen genau.
  • Das Baugewerbe eröffnet praktisch veranlagten Fachkräften Chancen, insbesondere in der Sanierung und im Infrastrukturbereich.

Eine gezielte Weiterbildung kann eine konkrete Lücke schliessen: etwa bei der Berufssprache, einem digitalen Tool oder einer beruflichen Zertifizierung. Es geht nicht darum, möglichst viele Kurse zu absolvieren, sondern dem Arbeitgeber eine unmittelbar nützliche Kompetenz nachzuweisen.

Drei Schritte zur Vorbereitung einer Bewerbung in der Schweiz

  1. Lege ein konkretes Ziel fest. Vergleiche mehrere Stellenanzeigen aus derselben Branche und notiere die wiederkehrenden Kompetenzen, die verlangten Sprachen und die erforderlichen Diplome.
  2. Passe deine Bewerbungsunterlagen an. Führe deine Berufserfahrungen von der jüngsten bis zur ältesten auf, gib deine Sprachkenntnisse klar an und veranschauliche deine Ergebnisse mit überprüfbaren Beispielen.
  3. Prüfe die Bedingungen vor der Vertragsunterzeichnung. Informiere dich je nach deiner Situation über die Bewilligung B oder G, die Krankenversicherung, die kantonalen Vorschriften und allfällige Verfahren zur Anerkennung deines Diploms.

Für französische Staatsangehörige hängen die Formalitäten insbesondere von der Vertragsdauer und dem Status als Einwohnerin oder Einwohner beziehungsweise Grenzgängerin oder Grenzgänger ab. Fristen und Vorschriften können von Kanton zu Kanton variieren: Lass dir die Angaben von den zuständigen Behörden bestätigen, bevor du deine Ankunft planst.

Nützliche Fragen zu gefragten Berufen in der Schweiz

In welchen Branchen wird in der Schweiz am meisten Personal gesucht?

Im Gesundheitswesen, in der Informatik und im Baugewerbe besteht ein grosser Bedarf. Die Perspektiven hängen jedoch vom Kanton, dem Qualifikationsniveau und der Erfahrung der Bewerberin oder des Bewerbers ab.

Kann man in der Schweiz ohne Hochschulabschluss arbeiten?

Ja, bei einigen Stellen im Baugewerbe, in der Logistik, der Reinigung oder der Gastronomie sind Erfahrung und praktische Kompetenzen wichtiger. Die Anforderungen variieren je nach Beruf und Arbeitgeber.

Muss man Deutsch sprechen, um in der Schweiz zu arbeiten?

In der Romandie reicht Französisch oft aus. In den deutschsprachigen Kantonen ist Deutsch meist ein Vorteil oder sogar Voraussetzung; bei einigen Stellen in der Informatik wird Englisch als Arbeitssprache akzeptiert.

Sind die angegebenen Löhne garantiert?

Nein. Es handelt sich um Richtwerte, die je nach Kanton, Erfahrung, Stelle und Vergütungsbedingungen variieren. Prüfe immer den Vertrag und die für die Branche geltenden Bedingungen.

Danke fürs Lesen! Teile deine Beobachtungen gerne in einem Kommentar. — Cyril

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